Ich hatte einen Alptraum





So schnell wie nach diesem Traum geschehen komme ich selten aus dem gemütlichen Bett. Genauso schnell fand ich mich allerdings sitzend im Sessel vergraben wieder. Ich fühlte mich wie durchgekaut, die Augen schienen geschwollen, ich bekam sie kaum auf, solch ein Druck hinter der Stirn. Ich war gar nicht richtig da und vergrub den schweren Kopf in meinen Händen. Mein Mann sagte: „Am besten, du gehst gleich wieder ins Bett!“ Doch diesen irritierenden Traum, aus dem ich gerade wach geworden war, wollte ich auf keinen Fall weiter träumen. Ich hatte lange keinen Alptraum gehabt, der heutige setzte mir nun arg zu. Was war los? Was ist geschehen?

Umswitchen

So viel war klar: Über diesen Traum sollte ich gleich einmal nachdenken, bevor mir das Gefühl, darin gefangen zu sein, den ganzen Tag verdarb.

Da ich weiß, wie es geht, einen Traum zu analysieren und ihn dann bestenfalls auch zu verstehen, fiel mir das Umswitchen trotz meines angegriffenen Befindens leicht.

Es ist einfach entlastend, einen gangbaren Weg zu kennen, wenn das Innenleben – in diesem Fall das Unbewusste – verrücktspielt.

Meine hilfreiche Traumexpertin spielt mit

Also teilte ich mich auf, ließ die angegriffene Alpträumerin in ihrem Sessel sitzen und gesellte mich als hilfreiche Traumexpertin hinzu. – Ein Spiel, das ich oft spiele, wenn ich einen Traum verstehen möchte.

Das geht natürlich auch mit „normalen“ Träumen, nicht nur mit Alpträumen. Es ist ein sehr zielführendes Spiel und der Ablauf ist gar nicht so anders wie bei einem Traumgespräch, das ich mit anderen Trauminteressierten führe. Das oben bereits erwähnte Umswitchen spielt dabei eine bedeutende Rolle, wenn man einen Traum ohne Hilfe von außen analysieren möchte, doch darüber ein andermal mehr.

Klare Bilder, Gefühle und Symbole liefern klare Botschaften

So gelang es mir schnell, auf eine gute und wegweisende Fährte zu kommen, die mir während der ersten Traumerinnerung beim Wachwerden verwehrt gewesen war.

Das Aufregende und immer wieder Überraschende ist ja, dass die Traumgeschichte, die Traumstruktur und die Symbole meist eine klare Botschaft hinterlassen, oft eine glasklare! Doch solange man im „Traumgefühl“ oder in der 1:1-Traumgeschichte feststeckt, hält man das für völlig undenkbar. Deshalb ist das Umswitchen so wichtig.

Wobei: Natürlich ist nicht jeder Traum so schnell zu erfassen und zu verstehen, wie es diesmal für mich der Fall war. Auch ein Alptraum nicht, obwohl gerade Alpträume überraschenderweise ihre Bedeutung manchmal sehr viel schneller offenbaren als normale Träume. Beim Alpträumen werden Gefühle oft sehr intensiv erlebt. Entsprechend sitzen diese auch real leicht unter der Oberfläche, sind dadurch zugänglich und liefern häufig wichtige Hinweise als Leitschnur zum Traumverständnis.

Diesmal also war mein Alptraum schnell und leicht zu knacken. Auch wenn ich beim Aufwachen arg angeschlagenen war. Die Traumbilder waren halt alle recht klar und hell, die Gefühle im Traum an sich hatten keine überschießende Brisanz und die im Traum beteiligten Personen offenbarten ihre Traumbedeutung sehr schnell, da sie mir im Wachleben gut bekannt sind. Die eigentliche Irritation für mich lag in einer extrem unterschiedlichen Bewertung der letzten Traumszene. Im Traum an sich war diese unangenehm und ziemlich frustrierend, beim Wachwerden habe ich sie hingegen viel schlimmer, also schlichtweg als Horror empfunden …

Nachdem ich diesen Unterschied im Gefühl und hinsichtlich der Bewertung bewusst wahrgenommen hatte, wurde mir intuitiv sofort klar, um welche reale „Bewertungsgeschichte“ es sich handelte, die mir eine Vorlage für den Traum geliefert hatte. Und durch diesen Unterschied wurde mir vor Augen geführt, über welche reale Angelegenheit ich nachdenken und mich ggf. neu positionieren sollte, damit sie nicht zum „Horror“ wird.

Farben im Traum als entscheidende Wegweiser

Der Traum hatte mir das deutlich aufgezeigt und erlaubte mir nicht, darüber hinwegzuschauen. Wohin ich mich neu orientieren sollte, wurde mir an einem weiteren Aspekt im Traum gezeigt: an den Farben.

Am Vortag war mir in einem Design, das ich im Internet gesehen hatte, eine besondere Farbe bzw. Farbkombination aufgefallen, die ungewöhnlich und gewagt war, mich aber sehr ansprach.

Die entscheidende Traumszene, die ich nicht so recht an mich heranlassen wollte, war ebenfalls in diese besonderen Farben getaucht. Dies gab mir den wichtigen Impuls, hier doch ganz genau hinzuschauen und bei der traumvermittelten Angelegenheit, die mir wohl bewusster werden wollte, wie bei dem Farbdesign ebenfalls über neue, auch ungewöhnliche Kombinationen nachzudenken oder etwas zu wagen.

An diesem Beispiel wird wieder einmal klar, welche Kleinigkeiten beim Verstehen eines Traumes helfen können, hier also die in meinem Traumbild aufscheinenden besonderen Farben [siehe auch das Buch von Isabelle Voinier – Über das Wesen der Farben im Spiegel der Träume].  Aber klar wurde auch wieder, dass man achtsam mit den Trauminhalten umgehen sollte. Genaues Hinschauen und -fühlen zahlt sich aus, wenn man der Bedeutung der nächtlichen Bilder auf die Spur kommen möchte.

So startete ich an diesem Morgen zwar etwas verspätet, aber doch sehr wach, klar, beruhigt und von ungewöhnlichen neuen Ideen inspiriert in den Tag. Danke, lieber Alptraum, konnte ich nach wenigen Minuten sagen, und die schützende Sesselecke frohgemut verlassen.

Sind Alpträume auch für dich ein Thema? Hast du Strategien, wie du mit diesen umgehen kannst, damit sie dir nicht den ganzen Tag oder noch mehr verderben? Bitte bleib dran am Thema, vielleicht findest du auf meinen anderen Seiten hilfreiche Hinweise (klicke hier) dazu.

Und schreib mir gern einen Kommentar❣

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