Träumst du anders im Urlaub?





Jetzt ist es wieder so weit. Du hast arbeitsfreie Tage, kannst ohne Weckerklingeln ausschlafen. An einem Ort deiner Wahl wirst du dir Wünsche nach Ruhe, Entspannung oder Action und Abenteuer erfüllen. Oder bist du zu Hause geblieben, um dies und das zu erledigen, was schon lange dran ist? Aber nun alles mit viel weniger Druck, mit mehr Muße und Gestaltungsfreiheit als im Rest des Jahres? Sprich: Du hast Urlaub. Tagsüber, ok. Doch wie sieht es in der Nacht aus? Das Unterbewusste schläft ja bekanntlich nie, auch nicht im Urlaub.

„Ich bin im Urlaub …“


Träume, die so beginnen, kannst du natürlich auch zu jeder anderen Gelegenheit träumen. Selbst in turbulenten Zeiten. Oder sogar bevorzugt dann, wenn das Chaos am größten ist und kein Freiraum für Erholung und Muße zu finden ist. Die Träume, die dich gerade dann im Traum in den Urlaub schicken, sind womöglich Ausdruck deiner Wünsche oder gar ein Hilferuf deiner Seele, weil du eine Pause brauchst. Dann schau genau hin, was der „Traumurlaub“ dir anbietet.

Auch eine weitere Erklärung gibt es für Träume, die mit „Ich war im Urlaub …“ beginnen. – So könnte ein Traumbeginn womöglich eine Szene sein, die die schönsten Urlaubserinnerungen widerspiegelt, wie in diesem Traum von Gerhard, dem Angestellten einer großen Firma, der ihn an einen früheren Urlaub in den Bergen erinnerte. Doch lies, wie der Traum weiterging:

Im Urlaub wie damals an diesem wunderbaren klaren Bergsee … Plötzlich fing mein Hund an, ganz unruhig zu werden, und als ich zum Ferienhaus kam, sah ich schon, dass die Kollegen aus meiner Abteilung alle am Tisch saßen und heiß diskutierten. Der bissige Chef aus der Nachbarabteilung war auch dabei. Er ließ mich ins Haus und verschloss die Tür, so dass Malte, mein Hund, nicht mit hineinkam.

Hier ahnt man schon, dass es dem Träumer nicht gegeben ist, sich eine emotional gelassene Haltung „wie damals am Bergsee im Urlaub“ in den Alltag hinüberzuretten – angesichts von „heißen“ geschäftlichen Gegebenheiten. Hier scheint ein unangenehmer innerer Chef (wie der von der Nachbarabteilung) die innere Führung zu übernehmen und den Versuch, sich selbst treu zu sein, symbolisiert durch den Hund, zu unterwandern. Tatsächlich war es im Wachleben so, dass der Träumer nicht zur Ruhe kam und Druck und Ärgernisse im Geschäftsleben seine Gedanken beherrschten.
Hier erhält der Träumer eine echte Chance, sich durch den Traum die Dynamik bewusst zu machen, mit der seine bewussten Wünsche nach mehr Gelassenheit verhindert werden. Der innere Chef ist nicht nur im realen Leben ein unangenehmer Typ aus der Nachbarabteilung, sondern auch im Träumer selbst eine innere Instanz, die Ruhe und Entspannung verhindert. Dieser innere Chef erlaubt ihm nicht, sich seinen Wünschen entsprechend treu zu sein.

Träume während des Urlaubs


Menschen, die ihre Träume bewusst beobachten, berichten mitunter von ganz unterschiedlichen Träumen, je nachdem, ob sie im Urlaub träumen oder in den Alltagsnächten. Das ist aus meiner Sicht durchaus verständlich. Diese Unterschiede zu erkennen, die Träume entsprechend zu beobachten und zu verstehen, lässt dich etwas über dich selbst lernen, darüber, was deine Seele umtreibt.

Endlich Ruhe! Oder doch nicht?

Die Träume führen dich immer zu deinen aktuellen Themen, es sei denn, du erachtest etwas anderes gerade für wichtiger und konzentrierst dich darauf. Sie unterwerfen sich sozusagen dem freien Willen. Die Traumerinnerung wird oft einfach schwächer, wenn du nicht bereit bist, deinen Fokus auch auf die Träume zu richten und ihnen so gar keinen Wert beimisst.

Wenn wir uns nun im Urlaub ein wenig mehr Muße als üblich gönnen und auch unsere Träume willkommen heißen, bekommen wir wahrscheinlich eine Menge „Traumgeschenke“, weil die Seele die Gelegenheit beim Schopfe fasst und uns Botschaften schickt, die längst beachtet sein wollten. Als Träumerin, als Träumer wunderst du dich vielleicht, dass du trotz Urlaubsfeeling keine Ruhe vor dramatischen nächtlichen Traumgeschichten hast. Doch gerade die Urlaubsentspannung ist es nun, die dir dies beschert. Die es der Seele praktisch ermöglicht, sich über die Träume auszudrücken. Endlich, nachdem es im Alltag keine Lücke dafür gab.

Eine Traumbotschaft legt tiefe Ursachen frei

So träumte eine hyperaktive junge Frau während ihres Urlaubs an der See, bei dem sie endlich „mal die Seele baumeln lassen“ wollte …

… dass sie auf einer kleinen Insel sei. Die Küste war ringsherum extrem steil und felsig, so dass sie gar nicht zum Wasser runter kam, was ihr aber im Traum nichts ausmachte. Das nahe Land mit regem Menschentrubel konnte sie von der Insel aus sehen, aber sie selbst wurde gar nicht wahrgenommen. In diesen Traumbildern sowie in der ganzen noch nachfolgenden Traumgeschichte mit Meeresschildkröten kam ihre emotionale Isolierung zum Ausdruck, die sich durch Kindheitserlebnisse in ihr verfestigt hatte.

Diese Isolierung machte es ihr im wachen Leben unmöglich, Hilfe zu suchen und anzunehmen, egal, wie überlastet sie war und wie schlecht es ihr ging. Die Pause im Urlaub bescherte ihr nun zwar ein wenig Ruhe, aber auch diesen Traum, der die tiefen Ursachen für ihre ständige Überlastung aufdeckte. – Welch eine enorme Chance für Bewusstwerdung und Wandel doch in einer Traumbotschaft liegen kann!

Träume in einem Urlaub voller Action

Anders kann es natürlich aussehen, wenn du einen Abenteuerurlaub gebucht hast oder deine Urlaubsreise aus anderen Gründen voller Überraschungen, Dramatik oder Belastungen ist. In dem Fall ist Urlaub von deiner Auslastung her betrachtet nichts anderes als Arbeitsalltag und die Träume werden alle Hände voll zu tun haben, die Alltagsspannungen zu verarbeiten.
Wobei es sicher einen Unterschied macht, wie es dir mit den abenteuerlichen Spannungen geht. Sind sie gewollt, hast du ihnen entgegengefiebert, fühlst du dich emotional toll damit? Oder bist du frustriert, weil du eigentlich andere Erwartungen an deinen Urlaub hattest?

Paula hatte einen Urlaub in einer schönen Gegend gebucht. Hier absolvierte sie einen Kurs, der Kreativität, Bewegung und Meditation verband. Dieser Kurs gab ihr dermaßen viel Austausch, Input und Inspiration, dass sie schon nach zwei, drei Tagen vor Energie schier platzte.
Während dieser Zeit träumte sie, dass sie mit einem Motorrad unterwegs in einer kleinen Stadt sei. Es war schwierig, die schwere Maschine, die auf freier Strecke unglaublich viel Speed entwicklen könnte, durch die engen Gassen des Städtchens zu manövrieren. Abgesehen davon waren alle Bilder im Traum hell und freundlich.


Die schwere Maschine ist ein interessantes Sinnbild für die Power, die Paula durch ihren Urlaubskurs erhielt. Die Frage ist, wie es ihr gelingen kann, die neu gewonnene Energie in ihr Leben zu integrieren, denn die Maschine passt nicht so recht in ihre kleine Stadt, sie bräuchte mehr „Auslauf“.

Damit hast du ein Beispiel für einen Urlaubstraum, bei dem es nicht darum geht, Altes, Vergangenes und innere Problematiken beherzt aufzuräumen, sondern neue Lebenschancen bewusst auszuloten, aufzugreifen und Gelegenheiten zu schaffen, diese ins wache Leben zu integrieren.

Wie auch immer, die Situationen im Urlaub oder im Zusammenhang mit dem Urlaub können extrem unterschiedlich sein. So dass auch bei Urlaubsträumen gilt, jeden Traum individuell anzuschauen, um ihn wirklich in der Tiefe zu verstehen, um dann die konkrete Botschaft nutzen zu können.

Hast du spezielle Träume rund um den Urlaub herum? Schreib mir gern einen Kommentar❣

2 Kommentare

  1. Lea

    Liebe Petra,
    was für ein wunderschöner und wertvoller Blog Artikel.
    Ich gebe zu, ich habe meinen Träumen bislang noch nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt, geschweige denn beobachtet… Daher kann ich nicht sagen, ob ich im Urlaub anders träume als im Alltag. Ich werde das mal liebevoll beobachten 😊
    Glückliche Grüße,
    Lea

    Antworten
  2. Traumwerkerin

    Oh ja, liebe Lea, mach das. Und nicht nur im Urlaub. Auch jeder andere Tag bzw. jede andere Nacht hält eventuell spannende Bilder bereit, die es anzuschauen lohnt. Manchmal sind richtige Glücksbotschaften dabei ❣

    Antworten

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